Spendenaufruf: Eine Stolperschwell für Czernowitz

Für die Verlegung einer Stolperschwelle zur Erinnerung an die ermordeten Juden der Bukowina werden Spenden benötigt. Über jede Unterstützung zur Realisierung dieses Vorhabens wären wir sehr dankbar.

Der Initiator der Stolpersteinaktion Gunter Demnig wird nach Czernowitz kommen, um eine Stolperschwelle am Platz des ehemaligen Stadions des jüdischen Sportvereins Makkabi zu verlegen.

Freundlicherweise hat sich das Architekturforum Lübeck bereit erklärt, das Vorhaben finanziell und organisatorisch zu unterstützen. Die Spende geht über das Konto des Forums direkt an die Initiatoren vom Jüdischen Museum und der Stadtverwaltung Czernowitz.

Spenden für die Stolperschwelle in Czernowitz können überwiesen werden auf:

Architekturforum Lübeck

IBAN DE77230707000044404200

Betreff ‚Stolperschwelle Czernowitz‘

(eine Spendenquittung stellen wir gerne aus)

Rückfragen und Informationen

Paul Rehfeld, Jüdisches Museum Czernowitz

(paul.rehfeld@googlemail.com)

Frank Schwartze, Architekturforum

(frank.schwartze@fh-luebeck.de)

Detaillierte Informationen finden sie im folgenden.

===============

Eine Stolperschwelle für Czernowitz

Czernowitz, das heutige Tscherniwzi in der südwestlichen Ukraine, war über Jahrhunderte ein Zentrum jüdischer Kultur, das besonders unter österreichisch-ungarischer Herrschaft eine Blüte erlebte. Auch wenn im alten Czernowitz sicher nicht immer alles idyllisch war, war die gegenseitige Toleranz in der multiethnischen Stadt bemerkenswert und es entwickelte sich ein besonderes Beispiel bürgerlicher-jüdischer Lebenswelt im östlichen Europa.

Diese Welt ging spätestens mit der antisemitischen Politik der rumänischen Faschisten unter: Nach der (Rück-)Eroberung der Stadt durch die rumänische Armee im Sommer 1941 wurden tausende jüdische Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt in ein Getto gesperrt und in die Konzentrationsund Arbeitslager Transnistriens deportiert. Im Sommer 1942 begann erneut eine Welle von Deportationen, in deren Zuge beispielsweise auch die junge Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger und ihre Familie nach Transnistrien verschleppt wurden.

Seit dem Ende der Sowjetunion begann sich nach und nach eine auch im Stadtbild sichtbare Gedenkkultur in Tscherniwzi zu entwickeln – Gedenktafeln für berühmte jüdische Einwohner der Stadt, wie bspw. Paul Celan oder Rose Ausländer, wurden an die Hauswände angebracht und ebenso gibt es nun ein Mahnmal auf dem Gebiet des ehemaligen Gettos.

Die Idee, die Stolpersteine des Hamburger Künstlers Gunter Demnig auch nach Tscherniwzi zu holen, um der Opfer nationalsozialistischer und faschistischer Verfolgung an deren ehemaligen Wohnort zu gedenken, liegt nahe bei der Geschichte der Stadt. Seit einiger Zeit gibt es nun ein gemeinsames Projekt der Stadtverwaltung und des Museums für jüdische Geschichte und Kultur der Bukowina, dass hoffentlich in vielen kleinen Schritten über die nächsten Jahre weiterverfolgt werden kann. Zu Beginn ist die Verlegung einer Stolperschwelle geplant. Stolperschwellen erinnern nicht nur an ein Opfer, sondern werden an Orten verlegt, an denen sonst vielleicht hunderte oder gar tausende Stolpersteine nötig wären. Dieser Erinnerungsort soll der Platz des ehemaligen Stadions des jüdischen Sportverein Makkabi sein, das von den Rumänen als Sammelplatz genutzt wurde, von dem aus die jüdischen Czernowitzerinnen und Czernowitzer im Sommer 1942 nach Transnistrien deportiert wurden.

Eine Stolperschwelle kostet um die 1250 Euro, da jeder Buchstabe des geplanten Textes einzeln per Hand in das Messing eingeprägt wird. Das ist für ukrainische Verhältnisse viel Geld, weshalb wir für dieses Projekt auf Spenden angewiesen sind. Wir würden uns sehr über Ihre Unterstützung freuen! geplanter Text der Stolperschwelle:

З цього місця (стадіон єврейського спортивного товариства «Маккабі»)
впродовж червня 1942 р. до Трансністрії були депортовані
тисячі єврейських жителів Чернівців.

deutsche Übersetzung:

Von diesem Ort (dem Stadion des jüdischen Sportvereins «Makkabi»)
wurden innerhalb des Junis 1942 Tausende jüdische Bürger Czernowitz’
nach Transnistrien deportiert.

 

Поместить в закладки эту ссылку.