Neue temporäre Ausstellung „Neueröffnung am Elisabethplatz“

Liebe Freunde,

 Wir laden Sie herzlichst zu unserer neuen Ausstellung „Neueröffnung am Elisabethplatz“ ein! Diese wird vom 29.05. bis 17.06.2015 in der Rathausgalerie in Czernowitz sein.

 Die Ausstellung nimmt Sie mit auf eine Reise in die Werbungswelt des späten 19. und des frühen 20. Jahrhunderts, als Zeitungen noch die Hauptinformationsquelle für Menschen waren. Und eine Zeit als Czernowitz sich zum sogenannten kleinen „Wien“ entwickelte und zum kulturellen sowie wirtschaftlichen Zentrum der Bukowina heran wuchs, aber auch  eine Zeit des Umbruchs, zwischen Revolutionen, dem Zerfall der Österreich-Ungarn Monarchie und dem ersten  Weltkrieg.  Kurzum eine Zeit der Veränderung, die nicht nur in der Betrachtung der Stadtgeschichte, sondern auch in der Alltagskultur von Czernowitz, äußerst wichtig ist. Durch unser Projekt „Neueröffnung am Elisabethplatz“ möchten wir Ihnen dies, durch aus lokalen Zeitungen stammende Werbeanzeigen, welche als Spiegel des Alltags gelten, vor Augen führen.

 Bei den Recherchearbeiten durchsuchten und digitalisierten wir, in Kooperation mit Studenten der J.F. Universität, aus mehr als 30 lokalen Tages- und Wochen- sowie monatliche und in längeren Abständen erscheinende Zeitungen, die Werbeanzeigen. Insgesamt arbeiteten wir mit Zeitungen von 1862 bis 1916, die in fünf verschiedenen Sprachen erschienen: In Deutsch, Ukrainisch, Polnisch, Rumänisch und Jiddisch. Unsere Arbeit führte uns in das staatliche Archiv, das Archiv der J.F. Universität und unser eigenes Archiv. Anschließend reduzierten wir das Rohmaterial auf 125 Werbeanzeigen, die stellvertretend in der Ausstellung, unserem Katalog und in der Stadt angebrachten Poster, die markantesten Merkmale der geschichtlichen Werbungswelt darstellen.

 Bei der Auswahl dieser Anzeigen besonders auffällig war die große Vielfalt an unterschiedlichen Produkten und Leistungen, die umworben wurden. Diese reicht von einfachen Lebensmittelanzeigen über Freizeitgerätannoncen und bis zur Kleinanzeige, die sich mit der Suche nach dem verlorenen Hund beschäftigt. Außerdem wurden manche Anzeigen täglich, über mehrere Jahre, in ein und derselben Zeitung veröffentlicht. Auch das Design blieb bei einigen Anzeigen über einen längeren Zeitraum beständig, wechselte bei anderen dafür umso häufiger. Eine weitere Auffälligkeit entdeckten wir bei der Einteilung der Werbeanzeigen in verschiedene Kategorien, hierbei häufte sich vor allem die Wiederkehr der Kategorien: Bekleidung, Kosmetika und Lebensmittel (hauptsächlich Getränke). Bei der Arbeit mit den einzelnen Werbeanzeigen fiel zudem auf, dass es Anzeigen gibt die häufig erscheinen, dann aber plötzlich verschwindet und für jenes Produkt, ab diesem Zeitpunkt, keine Annonce mehr erscheint.

 Diese Recherchearbeit beziehungsweise das ganzen Projekt wurde realisiert unter der Teilnahme von Professoren und Studenten der J.Fed’kowytsch Universität Czernowitz sowie durch finanzielle Unterstützung der OeAD Kooperationsstelle Lemberg (Lviv), der Stadt Wien und des  Zentrums Gedankendach

 Wir freuen uns auf einen Besuch von Ihnen und hoffen Sie mit unserem Projekt „Neueröffnung am Elisabethplatz“ in das historische Czernowitz entführen zu können.

 Das Team des Museum für jüdische Kultur und Geschichte der Bukowina.

Afisha-Elizabet

Поместить в закладки эту ссылку.