Anwesend, abwesend — Jüdisches Erbe in Osteuropa

Fotografien von Christian Herrmann

Zur Eröffnung spricht Matthias Heyl von der Gedenkstätte Ravensbrück. Die Ausstellung wird bis zum 14. April zu sehen sein, Öffnungsseiten sollten bei der Gemeinde erfragt werden.
Vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer zieht sich ein Gürtel alter Kulturlandschaften durch Ost- und Mitteleuropa, in dem so viele Juden lebten, wie sonst nirgendwo auf der Welt. Galizien, die Bukowina, Wolhynien, Podolien, Bessarabien und andere Regionen, aus denen die Bilder der Ausstellung stammen, sind Teil dieses Gürtels. Heute gehören sie zur Ukraine, zu Polen, zur Republik Moldau und zu Rumänien.
Während der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg wurde die jüdische Bevölkerung nahezu vollständig vernichtet. Verwilderte Friedhöfe, Ruinen von Synagogen, Lehrhäusern, Schulen, Kultureinrichtungen und – manchmal gekennzeichnete, oft ungekennzeichnete – Massengräber legen bis heute Zeugnis von jüdischem Leben und seiner Auslöschung ab. Was die Vernichtung durch Deutsche und ihre Verbündeten überstand, wurde von den Sowjets zerstört oder zweckentfremdet. Die Gewalt, die von den Diktaturen des 20. Jahrhunderts Dingen angetan wurde, spricht bis heute von der Gewalt, die Menschen angetan wurde.
Das jüdische Erbe ist dennoch in Straßenbild und Alltag präsent und zugleich auch nicht. Jüdische Gemeinden sind heute kleine Minderheiten und jüdische Baudenkmäler nicht immer Gegenstand eines gemeinsamen Geschichtsbildes und gemeinsamen Erinnerns.
Christian Herrmann, Jahrgang 1962, studierte Objekt-Design an der Hochschule Niederrhein. Er lebt in Köln und arbeitet in Bonn für eine Non-Profit-Organisation. Seine Bilder sind Teil eines langfristigen Projektes, das auf seinem Blog fortgeschrieben und dokumentiert wird. Mit klassischen Schwarzweißfilm fotografierte Aufnahmen seiner Reisen durch Osteuropa hat er bereits in mehreren Ausstellungen präsentiert. In dieser Ausstellung zeigt er erstmals digitale Farbfotos.

Ort: Auferstehungskirche, Friedenstraße 83, 10249 Berlin

Informationen: http://vanishedworld.wordpress.com

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